Vorbilder???
Nico Raecke, 23 Jahre alt, Berufsdieb, der schon 5 Jahre seines Lebens im Knast verbracht hat und seit seinem 12ten Lebensjahr Marijuana konsumiert. Er hat sein Geld damit verdient, Menschen zu überfallen und kann nur Mord und Vergewaltigung aus seinem langem Strafregister definitiv ausschließen… na super! Über sich selbst sagt Nico, dass ihm in Deutschland stimmlich keiner das Wasser reichen kann, er wäre besser als Xavier Naidoo oder Herbert Grönemeyer! :O
Entweder zieht er immer noch jeden Tag ein paar Joints durch oder sein Körper hat noch zu viel von dem Zeug gelagert, denn er behauptet doch tatsächlich, Gott selbst hätte ihm gesagt, er soll zu DSDS gehen, da die Musik ja sein Leben ist.
Ob es Gott nun gibt oder nicht, darüber könnten wir uns jetzt ja streiten, aber wenn es Gott wirklich geben würde, dann bezweifle ich stark, dass er dem Nico gesagt hat, er muss zu DSDS gehen, weil die Musik ja sein Leben ist! Da hat er wohl Gott mit Bob Marley verwechselt, aber hey, kann ja mal vorkommen, in so einem Rausch können lange, schwarze Rastalocken ja schon irgendwie göttlich wirken und in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist der Gute ja auch schon.
Reicht es nicht schon, dass unsere Politiker uns keine guten Vorbilder sind?
Müssen wir jetzt solchen Affen auf der Bühne auch noch den Arsch pudern und ihnen eine größere Lobby verschaffen als ihren ehemaligen Opfern?
Und dann ist da noch die Sache mit Gott, wenn es Gott wirklich gibt, warum hat er dann die Talente so ungerecht verteilt, dass genau solche Typen immer wieder eine Chance bekommen?
Twitter & Co.
Wir bewegen uns auf einer Plattform wie z.B. Twitter in der man Zugang zu vielen Teilen der Welt hat, auf der die Worte den Sinn ausmachen und die Nuancen entweder berühren, erheitern, Sympathie hervorrufen oder Wut erzeugen können... eigentlich phantastisch, oder?
So phantastisch die Welt von Twitter, Facebook, Myspace etc. oder den unzähligen Foren auch sein kann, es ist eine Welt der Worte. Man darf nie den Fehler machen, Worte zu unterschätzen. Worte können eine Waffe sein, jeder der schreibt weiß das, denn er nutzt diese Waffe um Emotionen hervorzurufen. Was vor dem Internet nur in Büchern und in Zeitungsberichten möglich war, ist jetzt viel einfacher geworden, schneller und internationaler. Wir haben die Möglichkeit bekommen mit einem Klick auf die Returntaste unsere Gedanken in die Welt zu schicken.
In Fan-Foren z.B. kann die richtige Wortwahl, in Verbindung mit etwas Gespür für das Lesen zwischen den Zeilen, Macht bedeuten. Der Spielplatz kann sich schneller in eine Kampfarena verwandeln als man denkt und die voran genannten Eigenschaften können gewissen Usern, je nachdem wie ausgeprägt diese Eigenschaften bei ihnen verwurzelt sind, einen gewissen Status verleihen.
Uns fehlt die Möglichkeit unserem Gesprächspartner in die Augen zu sehen und Reaktionen seines Körpers zu registrieren, die wir im alltäglichen Leben fast täglich, meist sogar unterbewusst wahrnehmen und nutzen. Wir treffen einen Menschen, sehen ihn an, unterhalten uns mit ihm, betrachten dabei Mimik, Gestik und die Augen, erst dann bilden wir uns eine Meinung. Aber unser angeborenes, unterschiedlich ausgeprägtes Profiling kann uns im Internet nicht mehr helfen, wir müssen umdenken und versuchen zwischen den Zeilen zu lesen. Dies geht nicht von heute auf morgen und Menschen, die viel lesen und schreiben sind klar im Vorteil. Bei diesem Lernprozess ist bestimmt schon fast jeder von uns einmal gehörig auf die Schnauze gefallen. Die meisten Erwachsenen können mit einer solchen Erfahrung umgehen, allerdings kann bei Kindern oder charakterlich schwachen Erwachsenen eine solche Erfahrung einen tiefen Einschnitt in ihr geistiges und physisches Leben bedeuten.
Mark Twain sagte schon im 1900 Jahrhundert:
Große Macht übt das richtige Wort aus. Immer, wenn wir auf eines dieser eindringlichen, treffenden Worte stoßen, ist die Wirkung physisch und geistig - und blitzartig spontan.
Man könnte fast denken, dass Mark Twain mit den letzten drei Worten in seinem Zitat eine Vorahnung auf die Zukunft und die in ihr befindlichen Möglichkeiten hatte…
Im “Social Network” ist es etwas einfacher als in Foren, man kann sich seine Freunde aussuchen, es bleibt einem selbst überlassen, wie viel man von sich preisgibt oder man kann sein Profil und die Fotos insoweit schützen, dass es nur die ausgewählten Freunde sehen können. Wie heißt es in dem gleichnamigen Film “Social Network” noch, “Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen”. Nun, die Dimensionen bei den Privatpersonen im Internet sind natürlich nicht so weitreichend, aber die Anzahl der Freunde ist ja auch nicht entscheidend, denn auch unter wenigen Followern oder Freunden kann man sich mit dem was man schreibt oder postet, Freunde oder Feinde machen.
Ich mag das Internet sehr, es ist informativ, lehrreich und gibt mir die Möglichkeit in einem räumlich sehr eingeschränkten Leben trotzdem positive Kontakte aufzubauen. Bekommt jetzt bitte keinen falschen Eindruck, ich bin nicht krank, aber Krankheit bestimmt meinen Tagesablauf und schränkt mich ein. Im Laufe der Jahre habe ich im Internet schon viele nette Leute kennen gelernt, aber nur sehr wenige davon sind zu wirklich guten Freunden geworden. Dabei habe ich nie einen Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht, es ist mir auch egal wie jemand aussieht oder was er beruflich macht, ich bilde mir meine Meinung über das, was ich lese.
Menschen, die nur provozieren wollen um damit ihr eigenes, armseliges Ego etwas aufzupolieren, weil sie das in ihrem realen Leben nicht können und dabei völlig außer Acht lassen, wie sich ihr Gegenüber fühlt, sollten bedenken, dass es im Leben immer jemanden gibt, der dieses Spiel vielleicht besser beherrscht als sie selbst ;-).